Straßenkinder - Immer wieder neu
Posted by HELPer in HELP Philippinen, City Mission / Fathers House

“Hey Tante,” hörte ich eine raue und doch junge Stimme hinter mir herrufen, “nimm mich mit zu dir nach Hause!” Ich drehte mich um und mir fiel im ersten Moment nichts ein, was ich hätte erwidern sollen. “Ich kann doch kein Kind mitnehmen wie einen streunenden Hund!”, schoss es mir durch den Kopf. Dann sagte ich in unsicherem Tagalog und wenig überzeugt: “Das geht doch nicht, deine Mama wäre sehr traurig, wenn du nicht mehr bei ihr bist!” - “Nö, Tante! Die wäre froh, wir sind sowieso so viele. Die merkt gar nicht, wenn ich nicht da bin!” Solche Situationen waren für mich zu der Zeit noch unglaublich. Wir waren erst ein gutes Jahr auf den Philippinen, und ich ging ab und zu mit ein paar Leuten unter eine Brücke, um Straßenkinder kennen zu lernen. Kikay (das heißt übersetzt: leichtes Mädchen) war eine der ersten Kinder, mit denen ich etwas Zeit verbrachte. Sie war sieben Jahre alt, frech wie Rotz, immer dreckig und redete wie ein Buch, ihre Stimme klang dunkel und ihr Lachen war unwiderstehlich.